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Vision.

Über klein sein und trotzdem Mut haben.

 

Was kann eine kleine Landwirtschaft mit knapp 5 ha in Punkto Beitrag zu einer besseren Lebensmittelproduktion beitragen? Viel!

In der Landwirtschaft (weltweit) läuft einiges schief. Das war uns schon lange klar.

Da ist der Rückgang der Artenvielfalt und das Insektensterben durch Monokulturen, ausgeräumten Landschaften und übermäßigem synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz - und die hohe Belastung von Gewässern und Böden durch ebenjene. Bodenverdichtung durch intensiven Maschineneinsatz am Feld inklusive der daraus resultierenden Überschwemmungsgefahr bei Extremwetterereignissen sind negative Folgen dieser Entwicklungen. Damit einher geht der Verlust der natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Und nicht zu vergessen der große Verbrauch von fossiler Energie durch hohe Mechanisierung und der Herstellung von künstlichem Stickstoffdünger, was unter anderem zum Klimawandel beiträgt. Letzten Endes ist die Verdrängung von kleinstrukturierten Bauernhöfen hin zu hochtechnisierten Agrarproduktionsbetrieben durch die derzeitigen Strukturen allgegenwärtig. Das stimmt uns sehr nachdenklich.


Wir wollen Teil der Lösung sein und nicht Teil des Problems.

Unser Credo lautet daher:

  • Wir wollen mit den uns gegebenen Ressourcen etwas bewirken und das Potenzial einer kleinstrukturierten Landwirtschaft sinnvoll nutzen.

  • Wir konzentrieren uns auf den von biologisch-regenerativen Gemüse auf kleiner Fläche.

  • Wir betreiben biologisch zertifizierte, bienenfreundliche Imkerei.

  • Wir tragen mit unserer Erhaltungszucht zum Erhalt einer gefährdeten Schafrasse bei.

Wir versorgen unsere Mitmenschen mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region.

Marketgardening“ ist unser Zugang zu einer neuen, regenerativen Form des Gemüsebaus. Der Aufbau eines gesunden, fruchtbaren Bodens, der Förderung der Artenvielfalt und gleichzeitig hohe Erträge aus kleiner Fläche durch effiziente Arbeitsmethoden zu erzielen sind kein Widerspruch. Konkret heißt das, Eingriffe in das komplexe Ökosystem Boden weitgehend zu minimieren um eine hohe, natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erzielen. Wir füttern nicht die Pflanzen mit Dünger, sondern den Boden mit organischer Masse in Form von Kompost, Mulchmaterial und Gründüngungspflanzen. Finden die Pflanzen einen gesunden, mit Nährstoffen aus organischer Masse angereicherten Boden vor, können sie sich zu gesunden, ertragreichen Pflanzen entwickeln. Weiters wird unser Gemüse auf Dauerbeeten, welche nicht mehr gewendet werden, nur belüftet und minimal in obersten Zentimetern bearbeitet, angebaut. 

Durch eine hohe Vielfalt an verschiedenen Gewächsen, sei es Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen versuchen wir eine vielfältige Umgebung für möglichst viele Insekten und andere Tiere zu schaffen. Auch sehen wir von einem "aufgeräumten" Garten ab, wild wachsen darf sein.  Wir kompostieren so viel wie möglich an Ort und Stelle, deswegen bleiben Pflanzenreste am Beet. Der Einsatz von Maschinen, welche mit fossiler Energie betrieben werden, wird auf ein Minimum reduziert. Stattdessen setzen wir auf effiziente & clevere Handgeräte. Enge Pflanzabstände erlauben uns höhere Erträge auf kleinerer Fläche gepaart mit einer gut durchdachten Anbauplanung. Auch setzen wir einzig auf Direktvermarktung – aus Prinzip. Wir möchten, dass unsere Kund*innen eine Beziehung zu uns und den Produkten aufbauen. Keine anonymen Lebensmittel aus Massenproduktion heißt die Devise. Ein fairer Preis für unsere Erzeugnisse ist dabei genauso wesentlich wie ein wertschätzender Umgang miteinander.

Nicht zuletzt sind wir auch überaus dankbar für die Pionierarbeit unserer Großeltern. Seit über 40 Jahren wurden die Äcker und Wiesen, auf denen jetzt Gemüse angebaut wird oder die Schafe weiden, biologisch bewirtschaftet – und das merkt man.

Weiterführende Links:

Definition und Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft (relavisio.de)

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Bienen haben's nicht leicht - der Krankheitsdruck durch die Varroa-Milbe, ausgeräumte Kulturlandschaften mit wenig Nahrungsangebot und Pestizideinsatz machen es ihnen schwer. Das Bienensterben ist nach wie vor ein großes Thema. Umso wichtiger ist es, dass mehr Menschen gezielt Bienenhaltung betreiben. Auch auf einem kleinen Betrieb wie dem Süss Hof haben Bienenstöcke Platz – v.a. wenn diese gleich in nächster Umgebung durch Streuobstwiesen, Wälder und Gärten ein vielfältiges Nahrungsangebot finden. Das schmeckt ihr in unserem Honig!


Es ist kein großer Stall notwendig um eine gefährdete Schafrasse durch Erhaltungszucht vor dem Aussterben zu bewahren. Unsere böhmischen Waldschafe leben in einer kleinen Herde von 6 Muttertieren, saisonal kommt 1 Widder und ca. 10-15 Lämmer dazu. Sie sind das ganze Jahr über draußen und grasen die Weide ab oder bekommen Heu gefüttert. Kraftfutter gibt es bei uns nicht. Sie zeichnen sich durch eine hohe Fruchtbarkeit und extreme Robustheit aus. Lämmer werden zur Zucht weiterverkauft oder teilweise zu unserer Versorgung geschlachtet.


Unsere Vorfahren, v.a. die Großeltern, haben wertvolle Vorarbeit geleistet und uns einen reichen Streuobstgarten hinterlassen. Dieses Obst wollen wir nicht ungenutzt lassen und verarbeiten es - wenn es die Erträge zulassen - weiter zu Saft und manchmal auch zu Hochprotzentigem.